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Katzenschnupfen trotz Impfungen????

Fast epidemisch grassierende Schnupfeninfektionen bei Katzen in der Schweiz motivierten uns, Nachforschungen anzustellen. Anhand unserer Rückfragen bei diversen schweizerischen Tierärzten und in Tierkliniken haben wir folgende Informationen erhalten:

 

Zurzeit erkranken viele Katzen an einem Schnupfenvirus, der in der gängigen Katzenschnupfen-Impfung NICHT abgedeckt ist. Diese Schnupfenerkrankungen fussen auf mutierten Caliciviren, den „bekannten“ Schnupfenviren, gegen die geimpft werden kann, aber die sich in ihrer Genetik im Lauf der Jahre verändert haben (ähnlich dem humanen Grippevirus) und diese veränderten Viren sind gegen die Katzenschnupfenimpfung „immun“. Gerade die Caliciviren können trotz Impfung immer wieder Probleme bereiten. Anzeichen einer akuten Erkrankung kann auch Hinken sein, (wahrscheinlich nistet sich ein bestimmter Virusstamm auch in Gelenken ein). Kein Calici-Impfstoff verhindert den anschließenden Virusträger-Status oder schützt gegen chronische Krankheitsbilder wie Geschwüre der Mundhöhle und des Zahlfleisches.
"Je mehr man impft, desto höher ist die Rate der Virusträger" sagt Prof. Niels C. Pedersen . "Das Vorkommen von Calicivirus-Trägern ist am höchsten in stark geimpften Populationen und ist tatsächlich seit Einführung dieser Impfung gestiegen." Zum Glück bleiben die meisten Calicivirus-Träger symptomlos.

 

Bordetella bronchiseptica

Ein weiteres Bakterium kann ebenfalls Auslöser des Schnupfens sein, Bordetella.  Bordetella ist sehr heimtückisch und löst eine schwere Schnupfenerkrankung aus, die man sofort medikamentös behandeln muss. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen belegen, das zwischen 29 und 87% der Katzen bereits Kontakt mit Bordetella bronchiseptica, einem wichtigen Erreger von Katzenschnupfen, hatten.  Meist werden die Bordetella direkt von Tier zu Tier übertragen. Weitere Ansteckungsquellen sind z.B. gemeinsam benutzte Wasser- und Futternäpfe sowie Hunde, die unter Zwingerhusten leiden oder eine solche Erkrankung durchgemacht haben.

Gegen Bordetella gibt es bereits eine sog. „Tröpfchen-Impfung“, die man beim Tierarzt machen lassen kann, und die sofort einen wirksamen Schutz aufbaut (innert 3 Tagen, die Inkubationszeit von Bordatella beträgt 10-14 Tage).

Weitere wichtige Infos und Erklärungen finden Sie auf diesen Seiten:

http://www.bordetella.ch/
http://www.felinebb.info/DE/

http://www.katzenschnupfen.ch/  

http://www.bordetella.de/

 

Schnupfenbehandlung:

Nachdem Bordetella ernsthafte Formen des Katzenschnupfens auslösen kann, gehört jeder Schnupfen SOFORT zum Tierarzt. Solange das/die betroffenen Tiere Nahrung zu sich nimmt/nehmen, reicht eine vom Tierarzt verordnete Behandlung mit einem der gängigen Antibiotika, gegeben über 10 Tage hinweg, aus, um die Schnupfeninfektion in Grenzen zu halten und zu heilen.

Sollte ein Tier aber aufhören zu fressen, hohes Fieber bekommen und dicke Halsdrüsen ist eine sofortige Behandlung mit Interferonen eine sehr gute Therapie. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt umgehend darüber. Interferonbehandlungen sind zwar sehr teuer, aber in diesen Fällen sehr wirksam. Ueberdies sollten Tiere, die keine Nahrung mehr zu sich nehmen, mit Infusionen (beim Tierarzt) behandelt werden, um eine Austrocknung infolge hohen Fiebers zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt auch über eine mögliche Zwangsernährung mit hochspezifischer Nahrung, wie a/d, Calopet etc., falls Ihr Tier mehrere Tage nicht frisst.  Es ist leider so, dass eine Katze, deren Geruchssinn durch den Schnupfen gestört ist, nicht frisst.

Nehmen Sie eine allfällige Schnupfenerkrankung Ihres Tieres ernst – Bordatella kann nebst einem schweren Schnupfen leider auch eine massive Lungenentzündung auslösen, die, falls zu spät erkannt, zum Tod des Tieres führen kann. Achten Sie darauf, dass Ihr Tierarzt das betroffene Tier genau abhorcht. Auch die durch Bordatella hervorgerufene Lungenentzündung kann mit Erfolg mit Interferonen behandelt werden!

 

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