Fragen und Antworten zu FIV

WAS IST FIV?

FIV ist eine Infektion bei Katzen mit dem felinen Immunschwächevirus (Katzenaids-Virus). Die Infektion ist, wie beim Menschen, lebenslang. In der Schweiz wird FIV allerdings kaum getestet, lediglich bei Vorhandensein von Anzeichen einer möglichen Erkrankung, bei welcher man keine andere Ursache ermitteln kann – d.h., der Test gehört nicht zum üblichen Test- respektive Impfprogramm beim Tierarzt. FIV ist in CH noch sehr wenig verbreitet.

 

WIE WIRD FIV ÜBERTRAGEN?

FIV wird praktisch ausschliesslich durch Bisswunden, d.h., durch den DIREKTEN Blutkontakt, übertragen.

Katzenwelpen können FIV durch die Mutter übertragen erhalten (während der Trächtigkeit, als auch über die Muttermilch) und, wie beim Menschen auch, geschieht ebenfalls eine Uebertragung beim Sexualverkehr. Diese letztere Uebertragungsform ist speziell in der Schweiz sehr wenig relevant, da die meisten Katzenhalter ihre Tiere kastriert/sterilisiert halten.

Eine Uebertragung via Kot/Urin (Katzenclo) oder Futter- und Trinkgeschirre ist ausgeschlossen. Nachdem das Virus, sobald es in Kontakt mit Luft kommt, in Sekundenbruchteilen abstirbt, ist auch eine Uebertragung durch gegenseitiges Belecken nicht möglich.

 

FOLGEN EINER INFEKTION MIT FIV

FIV muss bei einer Katze, die ein normales Katzenleben führen darf – auch in einer Gruppe, und auch mit allfälligem Freigang (den man bei einer bekannten FIV-Positivität nicht gewähren sollte) – nicht ausbrechen. Kaum ein Katzenhalter „merkt“, dass seine Katze mit FIV infiziert ist, wenn die Katze nicht erkrankt.

Die Anzeichen beim Ausbruch von FIV sind zunächst unauffällig, es kann zu Fieber, Fressunlust kommen, auch zu Schwellungen der Lymphknoten – alles Zeichen, die auch zu jedem anderen Infekt passen.

Selten treten zu diesem Zeitpunkt bereits schwere Krankheitszeichen auf. Die betroffene Katze kann danach wieder Monate, gar mehrere Jahre unauffällig sein.

Ist die Krankheit aber einmal ausgebrochen, kommt es nach und nach zu einer Erschöpfung des Immunsystems. Es sind dann bei etwa 30-50% der Katzen Mundhöhlenerkrankungen zu beobachten. Erkrankungen von Nieren oder Leber verschlechtern sich fortschreitend, Hautwunden heilen bei dazukommenden bakteriellen Hautinfekten schlecht.

In der Endphase der Erkrankung kommt es, wie beim Menschen, zum Zusammenbruch des Immunsystems.

Es gibt aber sehr viele Katzen, die trotz einer Infektion mit FIV keinerlei Krankheitszeichen zeigen und ein völlig normales Katzenalter erreichen.

 

WELCHE BEHANDLUNGEN GIBT ES?

Wenn eine Katze einmal FIV+ ist, gibt es keine Möglichkeit, das Virus zu eliminieren, da sich dieses dauerhaft in den Körperzellen verankert.

Mit einer relativ aufwendigen und teuren Therapie mit antiviralen HIV-Medikamenten aus der Humanmedizin kann man versuchen, die Virusbelastung zu reduzieren und so das Immunsystem stärken. Ueberdies können Medikamente, die in der Lage sind, das Immunsystem anzuregen (z.B. Interferone) eingesetzt werden.

Wenn Krankheitssymptome auftreten, kann man die Infektionen mit normalen Antibiotika, die Organerkrankungen mit dem passenden Medikament behandeln.

Bei Impfungen sollte man eher zurückhaltend sein, da eine der üblichen Impfungen auch einen Ausbruch der Krankheit hervorrufen kann. Die Tierärzteschaft ist hier geteilter Meinung.

Hingegen sollte man auch ein FIV-positives Tier regelmässig entwurmen.

 

KÖNNEN ANDERE KATZEN IM HAUSHALT ERKRANKEN?

Das Risiko einer Erkrankung von Tieren, die mit einer FIV+Katze im gleichen Haushalt leben, ist praktisch null, da hier in der Regel nicht mit „Revier- oder Rangordnungskämpfen“ gerechnet werden muss. Bei Anschaffung und Eingewöhnung einer neuen Katze in eine bestehende Gruppe ist daher darauf zu achten, dass man eher sanftmütige, nicht aggressive Tiere zueinander führt.

Wie oben erwähnt, geschieht die Infektion nur über direkten Blutkontakt (Beissereien) respektive Sexualkontakt. Eine Ansteckung über Fress-/Trinkgeschirre ist zu vernachlässigen, da das Virus, einmal an der Luft, in Sekundenbruchteilen abstirbt (wie das humane HIV auch).

 

GIBT ES EINE IMPFUNG GEGEN FIV?

In den USA ist seit 2002 ein Impfstoff zugelassen. Erste Studien zeigen, dass der Impfschutz ca. 82% ist. Nachdem es sich aber um einen sogenannten „Lebendimpfstoff“ d.h. um einen Vollerregerimpfstoff, handelt, bilden die geimpften Katzen, genau wie die infizierten Tiere auch, Antikörper aus und sind dann im Test positiv. Infizierte und geimpfte Tiere können somit nicht mehr voneinander unterschieden werden!

(Text in Anlehnung an einen Text der Firma LABOKLIN GmbH + Co. KG in Deutschland, sowie wissenschaftlichen Informationen aus den USA)

 

CRU 2009

 

Hier geht es zu den Katzen welche ein Zuhause suchen