Wenn ein Kätzchen einzieht

Wer Kleinkatzen bei sich aufnimmt, sollte folgendes beachten: 

Kleinkatzen sind sehr anfällig auf Infektionen. Es ist wichtig, die Kleinkatzen gut zu beobachten, zu kontrollieren, ob sie regelmässig fressen, wie ihr Kot aussieht, ob sie regelmässig das Kistchen aufsuchen etc. Bei der geringsten Unregelmässigkeit (Durchfall, Erbrechen, Niesen oder anderes, ebenso, wenn ein ganzer Tag nicht gefressen wird) SOFORT den Tierarzt aufsuchen. Kleinkatzen dehydrieren schon nach einem einzigen Tag ohne Futter (Dehydrierung = Austrocknung) und befinden sich dann in Lebensgefahr.

Kleinkatzen brauchen regelmässig und genügend Futter, zwei Fütterungen im Tag reichen nicht aus.

Man sollte den Kleinkatzen über 24 Stunden hinweg sowohl Nass- als auch Trockenfutter anbieten, dazu täglich frisches Wasser. Kleinkatzen nehmen viele Male kleine Portionen zu sich, sie streifen immer wieder an den Futterplätzen vorbei und bedienen sich.

Apropos viele kleine Portionen, auch die erwachsene Katze hat einen wesentlich besseren Ernährungsstandard, wenn sie über 24 Stunden hinweg Futter angeboten erhält, so bleibt der Magen in der richtigen Grösse, angepasst auf mehrere kleine Portionen im Tag, und die Katze wird auch nach einer Kastration/Sterilisation nie zu dick. Es ist falsch, nur ein oder zwei Fütterungen im Tag durchzuführen – auch der Mensch wäre besser ernährt, würde er mehrere kleine Portionen im Tag zu sich nehmen, anstatt nur ein-zwei grosse Mahlzeiten. 

Zur Ausbildung einer kräftigen Muskulatur und eines kräftigen Herzmuskels benötigen Kleinkatzen TAURIN. Dieses ist im Kittenfood vorhanden, sowohl im Nass- als auch im Trockenfutter. Sicherheitshalber sollte man aber, wenn man abwechslungsweise auch Erwachsenenfutter – oder ausschliesslich Erwachsenenfutter – füttert, Taurin separat verabreichen. Taurin ist im Tierhandel (Qualipet, Fressnapf etc.) erhältlich (GIMPET). Halten Sie sich streng an die vorgeschriebene Dosierung auf der Packung, so haben Sie Gewähr, dass Ihre Kleinkatzen stets den richtigen Taurinspiegel haben. 

Kleinkatzen sind von Natur aus neugierig. Räumen Sie in Ihrer Wohnung also alles weg, das für Ihre Kleinkatzen gefährlich werden kann. Das sind z.B. Murmeln, Büroklammern, Nägel, Reissnägel, andere kleine Gegenstände, vor allem aber Medikamente, diese sind sehr schnell ausgepackt und Kleinkatzen sterben einen qualvollen Tod, wenn sie Medikamente erwischen, die für den Menschen bestimmt sind.

Lassen Sie auch keine Plastiksäcke herumliegen, viele Kleinkatzen sind schon jämmerlich erstickt, weil sie in Plastiksäcke hineingeschlüpft sind. Kippfenster sind für alle Katzen Todesfallen. Im Tierhandel gibt es Schutzgitter, die man seitlich an den Kippfenstern am Rahmen befestigen kann und die einen sicheren Schutz bieten (Qualipet, Fressnapf etc.) 

Kleinkatzen brauchen sehr viel Spielzeug und man sollte nie eine Kleinkatze alleine halten. Das Leben ist zu zweien viel interessanter und die Katzen entwickeln keine „Marotten“. Wählen Sie für Ihre Kleinkatzen „sicheres“ Spielzeug, d.h. Tischtennisbällchen, Fellmäuse (Kunststoffaugen und –Nasen entfernen), Catnip-Säckchen, grosse Glöckchen (mindestens 2 cm Durchmesser), Korkzapfen etc., wenn Sie Schnüre mit Spielzeug aufhängen, achten Sie darauf, dass das knapp über dem Boden hängt.

Wenn die Schnur zu lang ist und das Spielzeug am Boden Spatzung hat, kann sich eine Kleinkatze damit erwürgen (auch erwachsene Katzen!)

Entfernen Sie kostbare Nippsachen von Ihren Möbeln, die offen zugänglich sind. Kleinkatzen sind abenteuerlustig und kletterfreudig – dabei kann rasch etwas zu Boden fallen und zerbrechen.

Schlagen Sie Ihre Kleinkatzen nie, sonst werden sie handscheu. Wenn die Katzen unerlaubtes tun, erheben Sie die Stimme und brüllen Sie sie an. Blasen Sie sie fest an, wenn Sie wollen, dass sie nicht auf den Tisch gehen, Katzen mögen das nicht und sie werden es sich merken. Ein kräftiges „NEIN“ wirkt oft wunder. Kleinkatzen sind sehr lernfähig und sie merken rasch, was sie dürfen und nicht dürfen.

Entfernen Sie giftige Zimmerpflanzen (wie z.Bsp.. Dieffenbachia, Ficus, Philodendron, Wolfsmilchgewächse etc.) und bieten Sie Ihren Kleinkatzen Katzengras an, dies ist fast überall erhältlich und kann auch selbst in Töpfen angesät werden.

Offerieren Sie Ihren Kleinkatzen einen Kletterbaum, wenn möglich vom Boden bis zur Decke – sie werden sonst Ihre Vorhänge als Klettermöglichkeit missbrauchen. Katzen müssen klettern können und sie tun dies, wo immer sie die Möglichkeit dazu haben. Mit einem Kletterbaum werden Ihre Vorhänge geschont.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihren Kleinkatzen! Denken Sie daran, Freigang ist nicht das „Gelbe vom Ei“, Ihre Katzen sind in Ihrer Wohnung genau so unbeschwert und glücklich, wie im Freien. Wenn Sie einen Balkon haben, gittern Sie diesen ABSTURZSICHER ein. Es lohnt sich auch, ein Fenster zum Lüften einzugittern, damit nicht irgendwann eines ihrer Kätzchen abstürzt.

Ueber weitere Gefahren im Haushalt finden Sie Orientierungen in „Wie gefährlich ist Ihr Haus/Ihre Wohnung und "Putzen kann gefährlich sein"